Sonntag, 25. Mai 2014

Die Lichtung




Die Lichtung im Wald wandelt düstre in freie,
durchlüftete Reihen von dachfreien Säulen.
Ein Platz voller Licht, voll der mystischen Weihe,
des Rotwildes Brunftstatt im Blickfeld der Eulen.

Die baumlose Weide im Schutz hoher Fichten
und Buchen als sattgrüne Bühnenkulissen,
ist Schauplatz recht häufiger Dämmergeschichten,
von denen nur tagscheue Waldvölker wissen.

Der Fuchs nutzt der Wühlmäuse Treiben im Schlage,
die Frischlinge jagen im Spiel durch die Gräser.
Ein Waldkauz verscheucht seinen Tiefschlaf vom Tage,
dem Rehbock umschmeicheln die Halme den Äser.

Als Wiese erscheint sie, die krautreiche Schwende,
doch mäht sie kein Bauer, Natur führt die Schwünge
der Sense inmitten der hölzernen Wände.
Das Kitz auf der Blöße zeigt jubelnde Sprünge.

1 Kommentar:

  1. Ein Idyll, das Du beschreibst. Und das nur wenige aus eigener Anschauung kennen. Doch nur wer es sehen durfte, kann Deine Worte wahrhaft verstehen! Da ist dann mehr, als Lyrik allein zu transportieren in der Lage wäre.

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